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Wie funktioniert eine Druckmessplatte? Technik, Kennwerte und Auswahl

Wie eine Druckmessplatte funktioniert, welche Kennwerte sie liefert, was sie nicht misst — und welche drei Spezifikationen bei der Auswahl wirklich zählen.

Barfußgang über eine footscan-Druckmessplatte, Druckverteilungsbild am Monitor

Wie funktioniert eine Druckmessplatte? Die Frage wird meist mit einem bunten Bild beantwortet: rot am Vorfuß, blau am Mittelfuß, fertig. Das Bild ist das Ergebnis — nicht die Erklärung. Und wer nur das Bild kennt, trifft bei der Anschaffung regelmäßig die falsche Entscheidung, weil er nicht weiß, welche technischen Größen dieses Bild überhaupt belastbar machen.

Dieser Beitrag erklärt das Messprinzip, ordnet die Kennwerte ein, benennt die drei Spezifikationen, die den Unterschied machen — und ist dabei ausdrücklich auch bei dem deutlich, was sich mit einer Druckmessplatte nicht beantworten lässt.

Wie funktioniert eine Druckmessplatte? Das Messprinzip

Eine Druckmessplatte ist im Kern eine begehbare Fläche mit einem dichten Raster einzelner Drucksensoren. Jeder Sensor misst die senkrecht auf ihn wirkende Kraft; geteilt durch seine Fläche ergibt das den Druck an dieser Stelle, üblicherweise in Kilopascal (kPa) oder Newton pro Quadratzentimeter.

Weil die Sensoren viele Male pro Sekunde ausgelesen werden, entsteht kein Standbild, sondern ein Film: Für jeden Zeitpunkt des Bodenkontakts liegt eine vollständige Druckkarte vor. Aus dieser Bildfolge berechnet die Software anschließend sämtliche Kennwerte.

Technisch dominieren zwei Sensorprinzipien. Resistive Sensoren ändern ihren elektrischen Widerstand unter Belastung — verbreitet, robust, konstruktiv einfach. Kapazitive Sensoren messen die Änderung eines Kondensatorabstands. Ein technischer Übersichtsartikel von 2026 ordnet die Nachteile klar zu: Resistive Sensoren zeigen „significant creep, hysteresis, temperature drift“, kapazitive Systeme sind empfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen sowie Feuchtigkeit und Temperatur [1].

Ehrlichkeitsvermerk: Eine direkte Vergleichsstudie „resistiv gegen kapazitiv am selben Fuß“ mit Genauigkeits-, Hysterese- und Driftzahlen existiert nach aktueller Literaturlage nicht. Wer Ihnen sagt, ein Prinzip sei generell „genauer“, stützt sich nicht auf publizierte Vergleichsdaten. Derselbe Übersichtsartikel kritisiert ausdrücklich das Fehlen einheitlicher Validierungs- und Berichtsstandards, was den Systemvergleich erschwert [1].

Messprinzip einer Druckmessplatte: vom Sensorraster über Druckkarten zu den Kennwerten.
Vom Sensorraster zum Befund: Erst die zeitliche Auflösung macht aus einem Druckbild eine auswertbare Messung.

Welche Kennwerte Sie bekommen — und was sie aussagen

KennwertBedeutungTypische Verwendung
Spitzendruck (peak pressure)höchster Druck, den ein einzelner Sensor während des Bodenkontakts erreichtÜberlastungszonen, Ulkusrisiko, Entlastungskontrolle
Mitteldrucküber die Kontaktzeit gemittelter Druck einer Regionrobuster als der Spitzenwert, weniger störanfällig
Druck-Zeit-IntegralDruck aufsummiert über die ZeitBelastungsdosis — hoher Druck kurz vs. mäßiger Druck lang
Kontaktflächebelastete Fläche je RegionAbrollverhalten, Fußform, Entlastungswirkung
KontaktzeitDauer des Bodenkontakts je RegionAbrollphasen, Asymmetrien
Maximalkraftgrößte Kraft je Regionrobusteste Kenngröße überhaupt
Druckmittelpunkt (COP)Wanderung des Kraftangriffspunkts über die StandphaseAbrolllinie, Balance, Kompensationsmuster

Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens ist der Spitzendruck der empfindlichste und zugleich unzuverlässigste Wert — dazu gleich mehr. Zweitens sind Maximalkraft und Kontaktfläche deutlich reproduzierbarer und daher für Verlaufsvergleiche oft die bessere Wahl.

Was eine Druckmessplatte nicht misst

Diese Abgrenzung ist keine Studienfrage, sondern Messphysik — und sie wird im Verkaufsgespräch selten von allein angesprochen:

  • Keine Scherkräfte. Gemessen wird ausschließlich die senkrecht wirkende Komponente. Reibungs- und Schubbelastungen, die für die Entstehung von Läsionen mit relevant sind, bleiben unsichtbar.
  • Keine vollständige Bodenreaktionskraft. Eine Kraftmessplatte liefert drei Kraftkomponenten und Momente; eine Druckmessplatte liefert eine Druckverteilung. Das sind unterschiedliche Messgrößen.
  • Keine Gelenkwinkel. Wie sich Knie, Hüfte oder Becken bewegen, ist aus der Druckverteilung nicht ableitbar — dafür braucht es Bewegungsanalyse.
  • Keine Muskelaktivität. Warum ein Muster entsteht, sagt der Druck nicht. Ob ein Muskel zu spät oder zu schwach arbeitet, zeigt erst eine EMG-Messung.

Der letzte Punkt ist der Grund, warum höherwertige Plattenmodelle Trigger- und Synchronisationsausgänge besitzen: Erst die Kopplung von Druckverteilung und EMG-Messung beantwortet die Frage nach der Ursache statt nur nach dem Symptom.

Die drei Spezifikationen, die den Unterschied machen

Sensordichte

Je feiner das Raster, desto eher trifft ein Sensor tatsächlich die Stelle des höchsten Drucks. Ein grobes Raster mittelt über eine größere Fläche und unterschätzt dadurch den Spitzendruck. Die Autoren einer Normwertstudie an einer footscan-Plattform mit 16.384 Sensoren (Sensorgröße 7,62 × 5,08 mm) weisen genau darauf hin: Ihre Absolutwerte seien gegenüber höher aufgelösten Systemen niedriger und ausschließlich systemintern vergleichbar [2].

Ein technischer Übersichtsartikel empfiehlt als Untergrenze eine Sensorgröße von 5 × 5 mm [3]. Zum Einordnen: Bei Plattenmodellen für die Praxis liegt die Sensorgröße typischerweise bei rund 7,6 × 5,1 mm, bei hochauflösenden Forschungsmodellen bei 3 × 3 mm — das entspricht etwa 11 Sensoren pro Quadratzentimeter. Die vollständige Aufschlüsselung der Leistungsstufen steht auf der Übersicht zu den footscan Druckmessplatten.

Ehrlichkeitsvermerk: Ein quantifizierter Fehlerwert — „X Sensoren pro Quadratzentimeter unterschätzen den Spitzendruck um Y Prozent“ — ist in der zugänglichen Literatur nicht belegt. Die Richtung des Effekts ist gesichert, seine Größe nicht.

Abtastrate

Die Abtastrate bestimmt, wie fein der zeitliche Verlauf abgebildet wird. Wird zu selten gemessen, kann der eigentliche Druckgipfel zwischen zwei Messpunkten liegen und wird nicht erfasst.

Belegbar ist hier weniger, als oft behauptet wird. Ein Übersichtsartikel empfiehlt für Laufaktivitäten 200 Hz und hält diese Frequenz für die meisten Alltagsbewegungen für ausreichend [3]. Eine Reliabilitätsstudie an einem 40-Hz-System nennt als Einschränkung, dass diese Rate für kräftige Aktivitäten ungeeignet sei [4]. Eine Messstudie, die für Druckmessplatten eine Grenzfrequenz herleitet oder den Unterschätzungsfehler beziffert, existiert nach aktueller Recherche nicht.

Praktische Einordnung: Für Barfuß-Ganganalyse in der Praxis sind Raten im Bereich von 200 bis 300 Hz üblich und ausreichend; für Laufen, Sprünge und sportdiagnostische Fragestellungen sollten es 500 Hz sein. Wer künftig mit Kraftmessung oder Bewegungsanalyse synchronisieren will, sollte ohnehin am oberen Ende einsteigen.

Messbereich und Plattengröße

Der Messbereich muss zur Population passen. Systeme für die Praxis decken üblicherweise bis etwa 127 N/cm² ab, hochauflösende Modelle bis 200 N/cm². Bei schweren Personen, Sprunglandungen oder stark punktueller Belastung kann ein zu knapper Messbereich in die Sättigung laufen — der Sensor meldet dann seinen Maximalwert, und der tatsächliche Druck bleibt unbekannt.

Die Plattengröße entscheidet über das mögliche Messprotokoll: Eine halbe Meter lange Platte erlaubt praktisch nur einen Schritt pro Durchgang, längere Platten auch Mehrschritt-Protokolle und beidseitige Aufnahmen.

Das Messprotokoll entscheidet über die Verwertbarkeit

Hier liegt der Punkt, der in der Praxis mehr Ergebnisse ruiniert als jede Hardwarespezifikation.

Two-step oder Midgait? Beim Midgait-Protokoll geht die Person eine längere Strecke und trifft die Platte im normalen Gangrhythmus. Beim Two-step-Protokoll startet sie zwei Schritte vor der Platte. Eine Vergleichsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die Two-step-Methode ebenso reliabel ist wie Midgait und für Forschung wie Praxis vorzuziehen sein kann [5]. Eine weitere Arbeit empfiehlt Two-step gegenüber Ein- und Dreischritt-Protokollen, weil das Einschritt-Protokoll eine unnatürlich lange Standphase erzeugt und das Dreischritt-Protokoll für schmerzende Füße belastender ist [6].

Entscheidend ist aber: „Reliabel“ heißt reproduzierbar innerhalb eines Protokolls — nicht austauschbar zwischen Protokollen. Die Absolutwerte unterscheiden sich systematisch; beim Two-step-Protokoll sind die Rückfußparameter gegenüber Midgait reduziert [4]. Wer den Verlauf über Monate vergleichen will, muss dasselbe Protokoll beibehalten.

Wie viele Durchgänge? Drei Messungen genügen für einen stabilen Mittelwert [6]. Als Kennzahl ist dabei der Median dreier Durchgänge etwas stabiler als der Mittelwert [4].

Wie zuverlässig ist die Messung wirklich?

Das ist die Frage, die selten gestellt wird — und die Antwort ist differenziert. Eine Reliabilitätsstudie an 30 gesunden Erwachsenen mit einer Woche Abstand zwischen den Sitzungen liefert die klarste Übersicht [4]:

FußregionSpitzendruck (ICC)Maximalkraft (ICC)
Ferse0,820,92
Mittelfuß0,540,90
Metatarsale 10,800,90
Metatarsale 20,850,87
Metatarsale 3–50,750,79
Hallux0,720,85
Kleinzehen0,830,97

ICC des Medians aus drei Durchgängen. Variationskoeffizient: Spitzendruck 6–22 %, Maximalkraft 5–16 %.

Reliabilität nach Fußregion: Maximalkraft und Spitzendruck als ICC im Test-Retest.
Nicht jeder Kennwert ist gleich belastbar. Die Maximalkraft trägt Verlaufsvergleiche, der Spitzendruck im Mittelfuß nicht.

Zwei weitere Befunde runden das Bild ab. In einem klinischen Kollektiv nach Schlaganfall waren Rückfuß (ICC 0,96), Mittelfuß (0,89) und Vorfuß (0,82) gut bis exzellent reproduzierbar, die Zehen dagegen deutlich schwächer (Spitzendruck 0,76, Kontaktfläche 0,58) — und ein Drittel der Teilnehmenden erzeugte keine vollständigen Daten, weil die Platte nicht sauber getroffen wurde [7]. In einem Kollektiv mit Diabetes lag der Variationskoeffizient bei der Kontaktfläche in 95 Prozent der Regionen unter 30 Prozent, beim maximalen Sensordruck aber nur in 55 Prozent [8].

Die praktische Konsequenz: Für Verlaufsvergleiche stützen Sie sich auf Maximalkraft, Kontaktfläche und regionalen Mitteldruck. Den maximalen Einzelsensorwert nutzen Sie als Hinweis, nicht als Messgröße.

Anwendungsfelder

Orthopädietechnik und Podologie. Die Druckverteilung liefert die Grundlage für die Einlagenkonstruktion und die Kontrolle ihrer Wirkung. Wichtig: Die Barfußmessung auf der Platte zeigt die Ausgangslage — ob die fertige Versorgung im getragenen Schuh tatsächlich entlastet, lässt sich nur mit einer Messsohle prüfen.

Diabetisches Fußsyndrom. Hier ist die Quellenlage präzise zu zitieren. Die Leitlinien der International Working Group on the Diabetic Foot fordern in der Empfehlung 8c für Personen mit abgeheiltem plantarem Ulkus therapeutisches Schuhwerk mit einem „nachgewiesenen druckentlastenden Effekt beim Gehen“ (Empfehlungsstärke stark, Evidenzqualität moderat) [9]. Ein Messnachweis ist damit implizit gefordert.

Nicht in der Leitlinie stehen die häufig zitierten Zahlenwerte. Die Zielgrößen „mindestens 25 bis 30 Prozent Spitzendruckreduktion“ und „unter 200 kPa“ stammen aus der Studienliteratur: In einer Optimierungsstudie sank der mittlere Spitzendruck über 35 Regionen von 303 auf 208 kPa [10]; eine spätere Arbeit erreichte mit datengetrieben konstruierten Versorgungen Reduktionen von 17 bis 53 Prozent und blieb in 90 bis 98 Prozent der Fälle unter 200 kPa [11]. Ebenso wenig empfiehlt die Leitlinie Druckmessung als Screening-Instrument — die Risikoeinstufung beruht auf Neuropathie, Durchblutung, Deformität und Anamnese [9].

Zur Wirksamkeit: Ein randomisierter Vergleich druckbasiert gefertigter Einlagen gegen Standardversorgung verfehlte den primären kombinierten Endpunkt (p = 0,13), zeigte aber für submetatarsale Ulzera einen deutlichen Unterschied (p = 0,007; Hazard Ratio 3,4; 95-%-KI 1,3–8,7) [12]. Ein zweiter randomisierter Vergleich fand ohne Berücksichtigung der Tragedisziplin keinen Unterschied (38,8 gegen 44,2 Prozent Rezidive; OR 0,80; p = 0,48) — wohl aber in der Gruppe mit hoher Adhärenz (OR 0,38; p = 0,045) [13]. Eine systematische Übersicht von 2024 hält ausdrücklich fest, dass unklar bleibt, ob druckgeführte Versorgungen stärkere Druckreduktionen erzielen als Standardversorgungen [14].

Ganganalyse und Rehabilitation. Abrollverhalten, Kontaktzeiten, Seitenasymmetrien und die Wanderung des Druckmittelpunkts sind gut abbildbar und für Verlaufsdokumentation geeignet.

Sport- und Leistungsdiagnostik. Hier ist Zurückhaltung angebracht. Ein prospektives Modell zur Vorhersage von Überlastungsverletzungen aus Plattendaten (155 Sportstudierende, sechs Monate) erreichte lediglich eine AUC von 0,639; die Autoren selbst halten die gefundenen Merkmale für biomechanisch nicht interpretierbar und die praktische Nutzbarkeit für begrenzt [15]. Druckmessung beschreibt im Sport gut, was passiert — sie prognostiziert Verletzungen bislang nicht verlässlich.

Plattform oder Messsohle?

Beide messen Druck, aber nicht dasselbe. Die Plattform misst den Fuß gegen den Boden, meist barfuß, mit hoher Sensordichte und in standardisierter Umgebung. Die Messsohle misst den Fuß gegen Einlage und Schuh — das einzige Verfahren, mit dem sich eine fertige Versorgung im getragenen Zustand überprüfen lässt.

Ihre Absolutwerte sind nicht ineinander umrechenbar. Ein Vergleich beider Verfahren im ruhigen Stand fand für den maximalen Spitzendruck eine Differenz von 39,1 kPa (95-%-KI 25,3–53,0; p < 0,001) bei einer Übereinstimmung von nur ICC 0,276 [16]. Eine ältere Arbeit zum Gehen kommt zum selben Schluss: Die Verfahren liefern nicht kompatible Daten und sollten nicht austauschbar verwendet werden [17].

Abgrenzung Druckmessplatte gegen Messsohle nach Messsituation und Einsatzzweck.
Zwei Verfahren, zwei Fragestellungen. Wer die Versorgung prüfen will, kommt um die Messsohle nicht herum.

Für die Praxis heißt das: Die Plattform ist das Instrument für Befund und Verlauf, die Messsohle das für die Versorgungskontrolle. Wer beides braucht, braucht beides.

Auswahl: fünf Fragen vor dem Kauf

1. Welche Fragestellung? Statische Fußanalyse und Einlagenversorgung stellen andere Anforderungen als Laufdiagnostik. Die Fragestellung bestimmt Abtastrate und Sensordichte, nicht umgekehrt. 2. Barfuß oder im Schuh? Die Plattform beantwortet nur die erste Frage. Ist die Versorgungskontrolle Teil des Leistungsangebots, gehört eine Messsohle dazu. 3. Welches Protokoll ist im Alltag durchführbar? Ein Mehrschritt-Protokoll braucht Anlaufstrecke und damit Platz. Wo der fehlt, ist eine kürzere Platte mit Two-step-Protokoll die realistische Lösung — dann aber konsequent. 4. Soll später synchronisiert werden? Wer Druckmessung mit EMG, Kraftmessung oder Bewegungsanalyse koppeln will, braucht Trigger- und Analogausgänge. Nachrüsten ist hier meist ein Systemwechsel. 5. Ist eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt erforderlich? Für den klinischen Einsatz ist das keine Option, sondern Voraussetzung. Die footscan-Plattformen sind CE-gekennzeichnete Medizinprodukte.

Was Sie aus einer Druckmessung nicht ableiten sollten

  • Keine Diagnose. Eine Druckverteilung beschreibt eine Belastung. Sie benennt keine Ursache und ersetzt keine klinische Untersuchung.
  • Kein Vergleich mit fremden Normwerten. Referenzwerte sind systemspezifisch; die Autoren einer Normwertstudie weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Werte nicht auf andere Systeme übertragbar sind [2]. Einen geräteunabhängigen Referenzbereich gibt es nicht.
  • Keine Verrechnung mit Messsohlendaten. Siehe oben — die Übereinstimmung ist zu gering [16].
  • Keine Verletzungsprognose im Sport. Der Stand der Evidenz trägt das nicht [15].

Fazit

Wie eine Druckmessplatte funktioniert, ist schnell erklärt: ein dichtes Sensorraster, viele Male pro Sekunde ausgelesen, daraus ein zeitlicher Verlauf und daraus die Kennwerte. Entscheidend für die Qualität sind drei Größen — Sensordichte, Abtastrate und Messbereich — und ein vierter Faktor, der nichts kostet und trotzdem am häufigsten ignoriert wird: ein konsequent gleiches Messprotokoll.

Ebenso wichtig ist zu wissen, wo die Grenzen liegen. Keine Scherkräfte, keine Gelenkwinkel, keine Muskelaktivität, kein geräteunabhängiger Normwert, und beim Spitzendruck eine Reproduzierbarkeit, die je nach Fußregion von exzellent bis nur moderat reicht. Wer das mitdenkt, bekommt aus einer Druckmessplatte belastbare Befunde. Wer nur auf das bunte Bild schaut, bekommt eine Illustration.

Welche Konfiguration zu Ihrer Fragestellung passt, klären wir gern gemeinsam: Fragen Sie eine kostenlose Beratung an — wir gehen Protokoll, Platzbedarf und Auflösung anhand Ihrer tatsächlichen Abläufe durch. Die technischen Daten der einzelnen Leistungsstufen, von der Praxisausstattung bis zum Forschungssystem, finden Sie in der Übersicht der footscan-Druckmessplatten.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Druckmessplatte technisch?

Unter der Trittfläche liegt ein dichtes Raster einzelner Drucksensoren. Jeder Sensor misst die senkrecht wirkende Kraft, geteilt durch seine Fläche ergibt das den örtlichen Druck. Das Raster wird viele Male pro Sekunde ausgelesen, sodass für jeden Zeitpunkt des Bodenkontakts eine vollständige Druckkarte entsteht. Aus dieser Bildfolge berechnet die Software Spitzendruck, Kontaktfläche, Kontaktzeit, Druck-Zeit-Integral und den Verlauf des Druckmittelpunkts.

Welche Abtastrate braucht eine Druckmessplatte?

Für Barfuß-Ganganalyse in der Praxis sind 200 bis 300 Hz üblich und ausreichend. Ein technischer Übersichtsartikel nennt 200 Hz als Anforderung für Laufaktivitäten und hält diese Frequenz für die meisten Alltagsbewegungen für genügend. Für Laufen, Sprünge und sportdiagnostische Fragestellungen sind 500 Hz sinnvoll. Eine Messstudie, die für Plattformen eine exakte Grenzfrequenz herleitet, existiert nicht.

Wie genau ist eine Druckmessplatte?

Genauer als die Frage nach der Genauigkeit ist die nach der Reproduzierbarkeit — und die hängt vom Kennwert ab. Bei gesunden Erwachsenen erreicht die Maximalkraft je Fußregion Intraklassenkorrelationen von 0,79 bis 0,97, der Spitzendruck dagegen nur 0,54 bis 0,85, mit dem schwächsten Wert im Mittelfuß. Für Verlaufsvergleiche sind Maximalkraft und Kontaktfläche daher die belastbareren Größen.

Was ist der Unterschied zwischen Druckmessplatte und Messsohle?

Die Plattform misst den Fuß gegen den Boden, meist barfuß, mit hoher Sensordichte unter standardisierten Bedingungen. Die Messsohle misst den Fuß gegen Einlage und Schuh und ist das einzige Verfahren, um eine fertige Versorgung im getragenen Zustand zu prüfen. Die Absolutwerte sind nicht ineinander umrechenbar: Ein Vergleich im Stand fand eine Übereinstimmung von nur ICC 0,276 beim Spitzendruck.

Wie viele Messdurchgänge sind nötig?

Drei Durchgänge genügen für einen stabilen Mittelwert. Als Kennzahl ist der Median aus drei Durchgängen etwas stabiler als der Mittelwert. Entscheidend ist außerdem, immer dasselbe Protokoll zu verwenden — Two-step und Midgait sind jeweils für sich reliabel, ihre Absolutwerte unterscheiden sich aber systematisch.

Kann man mit einer Druckmessplatte eine Diagnose stellen?

Nein. Eine Druckmessung beschreibt eine Belastungsverteilung, sie benennt keine Ursache. Sie erfasst weder Scherkräfte noch Gelenkwinkel noch Muskelaktivität und ersetzt keine klinische Untersuchung. Als Befund- und Verlaufsinstrument innerhalb einer Diagnostik ist sie dagegen gut geeignet.

Quellen

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