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Fußscan oder Gipsabdruck? Was die Studienlage wirklich hergibt

Fußscan oder Gipsabdruck: Was ein randomisierter Vergleich zu Schmerz, Zufriedenheit, Tragezeit und Kosten zeigt — und warum der Belastungszustand mehr zählt.

Fuß im 3D-Scanner, Scanergebnis am Monitor daneben

Die Frage „Fußscan oder Gipsabdruck“ wird in Werbeunterlagen meist als ausgemachte Sache behandelt: digital sei genauer, schneller und besser. Seit 2025 gibt es dazu einen randomisierten Vergleich mit 114 Patientinnen und Patienten — und sein Ergebnis ist differenzierter, als beide Lager es gern hätten.

Dieser Beitrag geht die Evidenz durch: was ein Scan gegenüber der klassischen Abformung tatsächlich bringt, was er nicht bringt, und welcher Faktor die Geometrie stärker beeinflusst als die Wahl des Verfahrens.

Fußscan oder Gipsabdruck im randomisierten Vergleich

Eine doppelt verblindete Äquivalenzstudie verglich CAD/CAM-Einlagen aus Schaumtrittabdruck gegen solche aus Direktscan bei muskuloskelettalen Beschwerden von Fuß und Sprunggelenk. 114 Personen randomisiert, 112 abgeschlossen, Nachbeobachtung nach 4 und 12 Wochen [1].

Beim primären Endpunkt — Schmerz nach dem Foot Health Status Questionnaire — verbesserten sich beide Gruppen deutlich über die klinisch relevante Schwelle hinaus, ohne Unterschied zwischen den Verfahren (p = 0,683 bis 0,557). Die Formerfassungsmethode beeinflusst das klinische Ergebnis also nicht.

Bei den sekundären Endpunkten kippt das Bild zugunsten des Scans:

Endpunkt nach 12 WochenDirektscanSchaumtrittSignifikanz
Zufriedenheit (OPUS-CSD)+6,88 Punkte gegenüber Schaumtrittp = 0,04
Tragezeit pro Tag6,09 h5,08 hp < 0,001
Manuelle Nacharbeit nötig4 Personen15 Personenp = 0,006
Kosten je Patient44,94 £55,46 £−23,4 %

Die Autorinnen und Autoren formulieren daraus eine klare Empfehlung: Bei CAD/CAM-Einlagen sei dem Direktscan gegenüber dem Schaumtrittabdruck der Vorzug zu geben — nicht wegen besserer klinischer Ergebnisse, sondern wegen Zufriedenheit, Tragedisziplin, geringerer Nacharbeit und niedrigerer Kosten [1].

Randomisierter Vergleich Direktscan gegen Schaumtrittabdruck: Schmerz gleich, Prozessvorteile beim Scan.
Der klinische Effekt ist gleich. Der Unterschied liegt im Prozess — und der entscheidet über Adhärenz und Wirtschaftlichkeit.

Wichtig für die Einordnung: Die Anschaffungskosten der Scanner sind in dieser Kostenrechnung nicht enthalten. Die Studie war monozentrisch, die Stichprobe zu 72 Prozent weiblich und mit einem Median-BMI von 29,8.

Der Gegenbeleg, den man kennen sollte

Ein zweiter, kleinerer randomisierter Vergleich zeigt in die andere Richtung. Bei Plantarfasziitis wurden konventionell aus dem Schaumtritt gefertigte Einlagen gegen scan- und algorithmusbasiert 3D-gedruckte geprüft (34 eingeschlossen, 30 ausgewertet). Nach acht Wochen schnitten die konventionell gefertigten funktionell besser ab — PROMIS Physical Function 49,0 ± 7,1 gegenüber 41,9 ± 6,0 (p = 0,008), Mobilität 46,9 gegenüber 41,4 (p = 0,02). Auch die Tragehäufigkeit nach vier Wochen lag höher (94 gegen 50 Prozent). Die 3D-gedruckten verursachten dafür weniger Reibstellen (0 gegenüber 33,3 Prozent) [2].

Die Arbeit ist ein Pilot mit Evidenzlevel IV und unterpowert — als Beleg für Überlegenheit taugt sie nicht. Als Warnung vor pauschalen Digitalisierungsversprechen sehr wohl.

Reliabilität: hier hat der Scan einen belegten Vorteil

Wo digitale Erfassung nachweislich besser abschneidet, ist die Wiederholbarkeit. Ein Vergleich von digitalem Scan gegen die Neutral-Suspension-Gipstechnik an 21 Personen, durchgeführt von zwei Untersuchern mit sehr unterschiedlicher Erfahrung, ergab Intraklassenkorrelationen von 0,81 bis 0,99 für den Scan gegenüber 0,36 bis 0,99 für den Gipsabdruck [3]. Der Standardmessfehler lag beim Scan durchgängig niedriger.

Entscheidend ist der Zusatz der Autoren: Das galt unabhängig von der klinischen Erfahrung. Der Gipsabdruck ist eine Fertigkeit, die geübt sein will; der Scan ist es weniger.

Ein ähnliches Bild zeigt der Vergleich mit der manuellen Messung. An 130 Personen erreichte ein 3D-Scanner über sechs Fußmaße Intraklassenkorrelationen von 0,95 bis 0,98, der digitale Messschieber 0,74 bis 0,98 und der Tinten-Fußabdruck nur 0,59 bis 0,91; die mittlere Wiederholabweichung lag beim Scan bei 0,73 bis 1,50 mm gegenüber 0,80 bis 2,40 mm beim Messschieber [15]. Die Autoren empfehlen den Scanner für die Erhebung anthropometrischer Fußdaten — merken aber an, dass einzelne Maße wie die horizontale Fußbreite auch beim Scan die Toleranz der ISO 20685 verfehlten.

Ein systematischer Review über sechs Studien ordnet das ein: 3D-Scannen ist schneller (2 bis 11 Minuten gegenüber 11 bis 16 Minuten für den Gips, mit größerem Vorteil bei erfahrenen Anwendern), aber „Genauigkeit und Reliabilität sind zwischen den Methoden variabel“, bei niedriger Evidenzqualität [4]. Derselbe Review nennt einen Befund, den man kennen sollte: Die Gewölbehöhe ist der am schlechtesten reproduzierbare Fußparameter — bei jedem Verfahren.

Der Faktor, der mehr zählt als die Gerätewahl

Hier wird es für die Praxis interessant. Eine Untersuchung ging der Frage nach, ob die Scannerwahl das Einlagendesign beeinflusst. Drei sehr unterschiedliche Geräte — ein Streifenlichtscanner, ein Laser-Flachbettscanner und ein Smartphone-Tiefensensor — wurden an denselben Füßen verglichen.

Das Ergebnis in zwei Zahlen: Die Scanoberflächen stimmten nur zu 61,75 ± 2,23 Prozent innerhalb von ± 1 mm überein. Die daraus abgeleiteten Einlagendesigns dagegen zu 83,59 ± 1,97 Prozent — ohne signifikante Unterschiede zwischen den Geräten. Deutlich unterschieden sich die Ergebnisse dagegen nach Belastungszustand: unbelastet gegenüber teilbelastet ergaben sich bei medialer Gewölbehöhe und Fersenbreite Abweichungen von rund 5 mm [5].

Die Schlussfolgerung der Arbeit ist bemerkenswert direkt: Das Einlagendesign hänge nicht von der Scanqualität des verwendeten Geräts ab, wohl aber vom Ausmaß der Belastung. Einschränkend gilt: nur drei gesunde Probanden.

Wie stark sich der Fuß unter Last verändert

Die Größenordnung ist erheblich und gut belegt. Ein Vergleich von unbelasteter, halb- und vollbelasteter Abformung ergab beim Übergang von unbelastet zu vollbelastet [6]:

  • Kontaktfläche +60,4 ± 33,2 %
  • Fußlänge +3,4 ± 1,3 % (rund 8 mm)
  • Fußbreite +6,0 ± 2,1 % (rund 5,7 mm)
  • Gewölbehöhe −20,0 ± 9,2 % (rund 3,4 mm)
  • Gewölbewinkel −41,2 ± 16,2 %

Eine neuere 3D-Scan-Studie an 48 Personen mit Diabetes bestätigt die Richtung mit anderen Zahlen: von unbelastet zu 80 Prozent Belastung nahm die Vorfußbreite um 8,2 mm zu (+9,7 %), die Rückfußbreite um 8,9 mm (+10,4 %), während die Höhe des Os naviculare um 8,8 mm abnahm (−18,2 %) [7]. Vorfuß und Mittelfuß verformen sich dabei deutlich stärker als der Rückfuß.

Formänderung des Fußes von unbelastet zu vollbelastet in fünf Kennwerten.
Ein Scan bildet immer genau den Belastungszustand ab, in dem er aufgenommen wurde — und der verändert die Geometrie deutlich.

Auch die Messgüte hängt daran: Teilbelastetes Scannen erreichte für die Rückfußbreite eine Intraklassenkorrelation von 0,77, unbelastetes nur 0,43 [4].

Der ehrliche Teil: Welcher Belastungszustand für die Einlagenversorgung der richtige ist, ist nicht durch klinische Endpunkte belegt. Eine Übersichtsarbeit formuliert es unmissverständlich: Die optimale Belastung für die Orthesen- und Schuhkonstruktion bleibe unklar [8]. Belegt ist nur, dass der Zustand die Geometrie stark verändert. Die praktische Konsequenz ist deshalb nicht „so ist es richtig“, sondern: festlegen, dokumentieren, konsequent beibehalten.

Scanner sind nicht untereinander austauschbar

Das folgt aus denselben Daten. Ein Vergleich von manueller Messung, Pedobarografie und Handscanner an 26 Personen fand für die Fußlänge zwischen manueller Messung und Scan einen Bias von +5,1 mm bei Übereinstimmungsgrenzen von −8,1 bis +18,3 mm [9]. Die Autoren halten fest, dass alle drei Verfahren für sich reliabel sind, aber ohne Standardisierung nicht austauschbar verwendet werden dürfen.

Für die Praxis heißt das: Ein Gerätewechsel bricht die Vergleichbarkeit mit Altdaten. Wer Verläufe dokumentiert, sollte das einplanen.

Die Scanverfahren im Überblick

Ein systematischer Review über 30 Arbeiten ordnet die drei gängigen Prinzipien ein [10]:

VerfahrenStärkenSchwächen
Strukturiertes Lichthohe Auflösung, erfasst Farbe und TexturBewegungsartefakte — die Person muss stillhalten; rechenintensiv; Störung durch Behaarung
Photogrammetriesehr kurze Aufnahmezeit, keine Marker nötiglange Nachverarbeitung, teuer, Ungenauigkeiten bei komplexer Geometrie
Laser-Triangulationeffizient, kostengünstigbegrenzter Erfassungsbereich, zeitaufwendig bei größeren Abschnitten

Optische Verfahren sind grundsätzlich abhängig von der Umgebungsbeleuchtung. Ein Hinweis aus einer Laborstudie, der in der Praxis unterschätzt wird: Die Hauttonreflexion beeinflusst die Scangenauigkeit deutlich — bei einem Blaulicht-Streifenlichtscanner schlug die Erfassung an dunklen Oberflächen im Test vollständig fehl, während ein Infrarot-System deutlich robuster blieb [11]. Die Studie wurde an Phantomen und am Gesicht durchgeführt, nicht am Fuß; als Hinweis auf einen realen Störfaktor taugt sie trotzdem.

Die drei Scanverfahren mit ihren Stärken und Schwächen im Vergleich.
Kein Verfahren ist universell überlegen — jedes hat einen Störfaktor, der im Praxisalltag zählt.

Was ein Scan nicht liefert

  • Keine Druckverteilung. Ein Scan erfasst Geometrie, keine Belastung. Wer wissen will, wo der Fuß tatsächlich Druck aufnimmt, braucht eine Messung — die Grundlagen dazu stehen im Beitrag dazu, wie eine Druckmessplatte funktioniert.
  • Keine Dynamik. Der Scan ist eine Momentaufnahme eines Belastungszustands. Wie sich der Fuß über den Gangzyklus verhält, bleibt außen vor; die zitierte Deformationsstudie ist ausdrücklich auf statische Bedingungen beschränkt [7].
  • Kein sicherer Rückschluss auf die Funktion. Statische Fußpostur-Maße korrelieren nur schwach mit dynamischen Belastungsmustern — in einer Untersuchung an 200 Füßen lagen die Korrelationen überwiegend zwischen −0,3 und 0,3 [12]. Die Arbeit nutzt ein klinisches Postur-Maß, keinen Scan; das Prinzip überträgt sich aber.

Genau deshalb ist die Kombination interessant. Ein randomisierter Vergleich zeigte, dass Einlagen, die zusätzlich zur Form auch auf Barfuß-Druckdaten aufbauten, submetatarsale Ulkusrezidive seltener auftreten ließen als formbasierte Standardversorgungen (Hazard Ratio 3,4; 95-%-KI 1,3–8,7; p = 0,007) — bei allerdings nicht signifikantem kombiniertem Primärendpunkt [13]. Der Vorteil kam dort aus der Druckmessung, nicht aus der Formerfassung: Auch die Kontrollgruppe war formbasiert versorgt. Wer beides koppeln will, findet die Plattenseite unter footscan Druckmessplatten.

Wo die klassische Abformung weiterhin ihre Berechtigung hat

Die Evidenz spricht nicht dafür, den Gips vollständig abzuschaffen. Drei Konstellationen sprechen weiterhin für die klassische Abformung — teils belegt, teils aus der Natur der Sache:

Stark deformierte Füße. Hier fehlt schlicht die Datenlage. Es existiert nach aktueller Recherche keine Validierungsstudie zur Scangenauigkeit bei Hallux valgus, Charcot-Fuß oder ausgeprägter diabetischer Deformität. Mehrere der zitierten Gerätestudien schließen pathologische Füße ausdrücklich aus [5][10]. Das ist kein Beleg gegen den Scan — es ist das Fehlen eines Belegs dafür.

Korrigierende Abformung. Wenn die Abformung selbst die Korrektur mit erzeugt, weil der Fuß während des Vorgangs in eine bestimmte Stellung geführt wird, bildet ein Oberflächenscan das nicht ohne Weiteres ab. Es gibt Ansätze, die belastete Abformung über Drucksensor-Feedback zu standardisieren [16] — ein Hinweis darauf, dass die Positionierung selbst ein eigener Qualitätsfaktor ist, unabhängig vom Erfassungsverfahren.

Übergangsphase und Vergleichbarkeit. Da die Verfahren nicht austauschbare Maße liefern [9], entsteht beim Umstieg ein Bruch in der Dokumentation. Wer laufende Versorgungen betreut, fährt eine Zeit lang sinnvollerweise zweigleisig, statt hart umzustellen.

Der methodisch sauberste Umgang mit all dem ist Dokumentation. Ein Scoping Review über 78 Arbeiten stellt fest, dass Belastungsprotokolle, Landmarkendefinitionen und Ausrichtungsverfahren zwischen Studien so uneinheitlich sind, dass sich Daten nicht poolen lassen [14]. Was für die Forschung gilt, gilt für die Praxis genauso: Nur was festgelegt und notiert ist, bleibt vergleichbar.

Fünf Fragen vor der Anschaffung

1. Welchen Belastungszustand wollen Sie erfassen? Das ist die folgenreichste Entscheidung — folgenreicher als das Gerät. Belastet, teilbelastet oder unbelastet muss zur Versorgungsphilosophie passen und danach konsequent beibehalten werden. 2. Wie viel Nachverarbeitung verträgt Ihr Ablauf? Zwischen Aufnahmezeit und Nachverarbeitungszeit liegen je nach Verfahren Größenordnungen. Lassen Sie sich den gesamten Weg bis zur verwertbaren Datei vorführen, nicht nur den Scanvorgang. 3. Passt die Genauigkeit zur Fragestellung? Für die Einlagenkonstruktion sind die üblichen Geräteklassen ausreichend. Für die Leisten- und Maßschuhfertigung mit engeren Toleranzen lohnt der genauere Blick auf die Herstellerangaben. 4. Wie stabil ist die Vergleichbarkeit? Geräte liefern untereinander unterschiedliche Maße. Wer Verläufe über Jahre dokumentiert, sollte den Wechsel als Bruch einplanen. 5. Brauchen Sie zusätzlich Druckdaten? Wenn Diabetesversorgung oder Ulkusprävention zum Leistungsspektrum gehören, ist die Kombination aus Form und Druck der belegte Weg — nicht der Scan allein.

Welche Gerätekonfiguration zu Ihren Abläufen passt, zeigt die Übersicht der Materialise 3D-Fußscanner mit den technischen Daten der einzelnen Modelle.

Fazit

Fußscan oder Gipsabdruck — die ehrliche Antwort lautet: Für das klinische Ergebnis ist es nach derzeitiger Evidenz gleichgültig. Der randomisierte Vergleich fand beim Schmerz keinen Unterschied.

Der Scan gewinnt an anderer Stelle, und das nicht knapp: höhere Zufriedenheit, eine Stunde mehr Tragezeit pro Tag, deutlich weniger manuelle Nacharbeit, geringere laufende Kosten und eine Reliabilität, die nicht an der Erfahrung des Anwenders hängt. Das sind Prozessvorteile — und Prozessvorteile entscheiden im Alltag über Wirtschaftlichkeit und Adhärenz.

Wer allerdings glaubt, mit der Anschaffung eines genaueren Geräts die Versorgungsqualität zu heben, setzt am falschen Punkt an. Die Daten zeigen deutlich: Der Belastungszustand beim Scannen beeinflusst die Geometrie stärker als die Wahl des Scanners. Und was der Scan grundsätzlich nicht liefert — Druckverteilung und Dynamik — liefert auch das teuerste Gerät nicht.

Wenn Sie die Umstellung auf digitale Abformung prüfen, fragen Sie eine kostenlose Beratung an — wir gehen Belastungsprotokoll, Nachverarbeitungsaufwand und Schnittstellen anhand Ihrer bestehenden Abläufe durch.

Häufige Fragen

Ist ein Fußscan genauer als ein Gipsabdruck?

Nicht belegt. Ein systematischer Review kommt zu dem Schluss, dass Genauigkeit und Reliabilität zwischen den Methoden variabel sind, bei niedriger Evidenzqualität. Belegt ist dagegen die bessere Wiederholbarkeit des Scans: Intraklassenkorrelationen von 0,81 bis 0,99 gegenüber 0,36 bis 0,99 für die Neutral-Suspension-Gipstechnik — und das unabhängig von der Erfahrung des Anwenders.

Führen scan-basierte Einlagen zu besseren Behandlungsergebnissen?

Nach derzeitiger Evidenz nein. Ein doppelt verblindeter randomisierter Vergleich mit 114 Teilnehmenden fand beim primären Endpunkt Schmerz keinen Unterschied zwischen Direktscan und Schaumtrittabdruck. Vorteile zeigten sich bei Zufriedenheit, Tragezeit, Nacharbeit und Kosten — also im Prozess, nicht im klinischen Ergebnis.

Soll man belastet oder unbelastet scannen?

Das ist die folgenreichste Entscheidung, aber sie ist nicht durch klinische Endpunkte belegt. Gesichert ist nur, wie stark sich die Geometrie unterscheidet: Von unbelastet zu vollbelastet nimmt die Kontaktfläche um rund 60 Prozent zu, die Gewölbehöhe um rund 20 Prozent ab. Wichtig ist deshalb weniger die Wahl selbst als ihre konsequente Beibehaltung und Dokumentation.

Wie stark unterscheiden sich verschiedene 3D-Fußscanner?

Deutlich. Ein Gerätevergleich fand nur rund 62 Prozent Übereinstimmung der Scanoberflächen innerhalb von ± 1 Millimeter. Die daraus abgeleiteten Einlagendesigns stimmten allerdings zu rund 84 Prozent überein — der Einfluss auf das fertige Produkt ist also geringer als auf die Rohdaten. Für Verlaufsvergleiche sind die Geräte trotzdem nicht austauschbar.

Wie lange dauert ein Fußscan im Vergleich zum Gipsabdruck?

Ein systematischer Review nennt 2 bis 11 Minuten für den 3D-Scan gegenüber 11 bis 16 Minuten für den Gipsabdruck, wobei der Zeitvorteil bei erfahrenen Anwendern größer ausfällt. Zu beachten ist die Nachverarbeitungszeit, die je nach Verfahren stark schwankt und in solchen Angaben oft fehlt.

Ersetzt der 3D-Scan die Druckmessung?

Nein. Ein Scan erfasst Geometrie, keine Belastung. Für die Diabetesversorgung ist die Kombination der belegte Weg: In einem randomisierten Vergleich traten submetatarsale Ulkusrezidive unter zusätzlich druckbasiert konstruierten Einlagen seltener auf als unter rein formbasierten Standardversorgungen.

Quellen

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